16. Rheinische Allgemeine PSYCHOtherapietage

16-rap-2010Wa(h)re Psychotherapie!? Die Ware Psychotherapie und die Wahrheit des Patienten

Königswinter (bei Bonn), Adam Stegerwald Haus
Programmzeittafel | Abstracts

Bei der Auswahl des Themas haben wir uns gefragt, ob die zunehmende Betonung des Warencharakters der Psychotherapie in Leitlinien, Behandlungspfaden und Qualitätssicherungs-maßnahmen den Wert unserer Dienstleistung klärt, verschleiert oder sogar zur Abwertung führt. Inwieweit verbessert die Konkurrenz der Schulen, Berufsgruppen und Ausbildungsinstitute die Behandlungserfolge für die Patienten? Welche Verfahren werden quasi unter der Ladentheke angeboten oder als IGEL-Leistung angepriesen.

Ist unsere Profession gesellschaftlich akzeptiert und gewollt? Bieten wir eine Leistung, die die Kollateralschäden einer leistungsorientierten Gesellschaft, begrenzen soll (also kann Leistung Leistungsschäden mindern)?

Sind unsere Angebote mehr von unseren Grenzen und Möglichkeiten bestimmt als von den Wünschen unserer „Kundschaft“? Oder bestimmen die Kostenträger und die Sozialpartner nicht nur den Rahmen, sondern auch den Inhalt unseres Tuns?

Und warum gelingt es uns nicht, die Attraktivität medikamentöser Behandlung zu relativieren?

Ermutigt uns die Traumatherapie Dinge zu tun, die uns traumatisieren könnten, weil wir ja eine Methode haben um die Folgen zu heilen?

Die Antworten auf unsere Fragen finden wir im Diskurs.

Referentinnen und Referenten:

Dr.med. Renate Beckmann, Köln: ADHS im Erwachsenenalter
Ralf Cramer, Bonn: Effiziente Supervision
Annelie Dott, Köln: Generationstypische Wahrheit(en); Trauma-Analyse bei Kriegsenkel
Wolfgang Erhardt, Hennef: Essentielle Psychotherapie
Prof. Dr. Jörg Fengler, Köln: Muss es immer Psychotherapie sein?
Prof. Dr. Gottfried Fischer, Köln: Traumatherapie heute
Gudrun Hoika-Messing-Flöter, Köln: Selektive Authentizität – Authentizität als Ware
Uschi Gersch, Köln: Die Zukunft der Psychotherapie
Peter Giesers, Köln: Der heimliche Dritte im Bunde – Die Macht des Geldes
Barbara Groth, Kleve: Pferde in der Psychotherapie
Micha Hilgers, Aachen: Arme und Reiche in der Psychotherapie
Dr. Jürgen Junglas, St. Augustin: Irre! Behandeln wir die Falschen?
Dr. Karin Junglas, Bonn: Ältere Menschen: keine „Kundschaft“ für uns?!
Sabine Kühlich, Köln: Gesangs-Workshop
PD Dr. Michael Kusch, Bochum: LARES und andere psychosoziale Behandlungspfade
Prof. Dr. Reinhard Maß, Renate Bauer, Gummersbach: Sexualtherapie
Frauke Nees, Petra Daiber, Karlsruhe: Kreativitätstraining
Klaus Niel, Köln: Was gibst Du mir, wenn ich Dir helfe?
Martin Petelkau, Lingen: Naikan und Jin Shin Jyutsu in Psychotherapie und Psychohygiene
Anne M. Lang, Bonn: Kranken-Behandlung oder hypno-systemische Veränderungsarbeit?
Alexandra Miethner: Psychologische GesundheitsVersorgung(PGV) – Vernetzung als Chance
Gerhild von Müller, Köln: Heilung vs. Geld -fishbowl-
Xenia Scherz, Bad Honnef: Wandern zum Drachenfels
Reiner Schwarz, Köln: Heilen oder trösten?, Wahrheiten für Narzissten
Dr.med. Rolf Tüschen, Bonn: Ambulante Psychotherapie – keine Ware für ältere Menschen?
Irene Vigener, Köln: Bildhauerkurs
Jürgen Vogt, Köln: Zur Sozialanalyse
Dr. Bertram von der Stein, Köln: Heuchelei in der Psychotherapie. Grenzen der Symbolisierung
Dr. Dr. Bernhard Wegener, Berlin: Nutzt den Patienten der Schulenstreit? -fishbowl-

Büchertisch: Bücherstube St. Augustin; www.buecherstaugustin.de